Banken lockern Standards für Unternehmenskredite weiter

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24. Juli 2018
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Von Andreas Plecko

Die Banken des Euroraums haben ihre Standards für Unternehmenskredite im zweiten Quartal 2018 weiter gelockert. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Quartalsbericht zur Kreditvergabe mitteilte, überstieg der Prozentsatz der Banken mit lockereren Kreditstandards den Prozentsatz von Banken mit strafferen Standards um 3 Punkte. Im ersten Quartal hatte es einen Lockerungssaldo von 8 Punkten gegeben.

 

In den größten Ländern der Eurozone wurden die Standards für Unternehmenskredite in Spanien, Italien und Deutschland gelockert, während sie in Frankreich und den Niederlanden stabil blieben. Bei Hypothekenkrediten wurden die Bedingungen im zweiten Quartal per saldo um 8 Punkte gelockert, nachdem sie im ersten Quartal um 11 Punkte gesunken waren. Bei Konsumentenkrediten lockerten die Banken die Bedingungen per saldo um 3 Punkte, genauso wie schon im ersten Quartal.

Kreditstandards umfassen unter anderem Zinsen, Anforderungen an Sicherheiten, Kreditlaufzeiten und Tilgungsraten. Sie sind bankinterne Richtlinien dazu, welche Art von Krediten eine Bank wünschenswert findet, welche sektorspezifischen und geografischen Prioritäten zu beachten sind, welche Sicherheiten als akzeptabel gelten und welche Voraussetzungen (Bilanzsituation, Einkommenslage, Alter oder Beschäftigungsstatus) ein Kreditnehmer erfüllen muss.

Gründe für die großzügigeren Kreditstandards waren nach Angaben der Institute erneut vor allem der hohe Wettbewerbsdruck sowie eine günstigere Risikowahrnehmung. Für das dritte Quartal rechnen die Banken mit einer weiteren Lockerung der Standards. Die Nachfrage nach Krediten nahm im zweiten Quartal in allen drei breiten Kategorien (Unternehmenskredite, Hypothekenkrediten und Konsumentenkredite) zu. (DJN) 

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