Deutsche Bank und Commerzbank – Mögliche Fusion ist gescheitert

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25. April 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Deutsche Bank und Commerzbank haben einer Fusion der beiden Geldhäuser eine Absage erteilt. Die Institute teilten am Donnerstag mit, dass ein solcher Zusammenschluss nicht im Interesse der Aktionäre sowie anderer Interessengruppen beider Unternehmen sei. Der Deutschen Bank zufolge bietet eine Fusion „keinen ausreichenden Mehrwert“ – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen würden. Daher hätten beide Geldhäuser sich dazu entschieden, die Gespräche nicht fortzusetzen.

Der Präsident des Bankenverbands Hans-Walter Peters erklärte: „Deutsche Bank und Commerzbank haben ihre gemeinsame Entscheidung, die intensiven Fusionsgespräche zu beenden, gut und nachvollziehbar begründet. Dieser Schritt ist zu respektieren.“ Die deutsche Wirtschaft sei stark genug, um mehreren Großbanken Platz zu bieten. Eine Fusion sei in der aktuellen Situation ökonomisch nicht sinnvoll. Direkte Auswirkungen auf Kunden und Unternehmen habe die Entscheidung nicht. „Die privaten Banken in Deutschland bleiben ein verlässlicher Partner der Wirtschaft“, fügte Peters hinzu.

Die Institute hatten vor rund sechs Wochen mitgeteilt, über einen möglichen Zusammenschluss verhandeln zu wollen. Bei einer Fusion oder einer Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank wäre das mit weitem Abstand größte deutsche Geldhaus entstanden. Allerdings wären dem Deal womöglich mehrere Zehntausend Arbeitsplätze zum Opfer gefallen. Die Gewerkschaften waren seit dem Bekanntwerden der Fusionspläne dagegen Sturm gelaufen. Auch namhafte Investoren waren von  einem möglichen Zusammenschluss nicht überzeugt.

Führende Politiker hatten sich allerdings schon lange einen nationalen Champion auf dem deutschen Bankenmarkt gewünscht. Notwendig sei ein international wettbewerbsfähiges Institut, das mit den großen Geldhäusern aus den USA und China dauerhaft konkurrieren könne. Seit letztem Sommer betonen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär, der frühere Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, dass Deutschland starke Banken benötige. (ud)

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