Eskalation des Handelsstreits würde Eurozone nicht so hart treffen

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24. April 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Eine weitere Eskalation des US-Handelsstreits ist nicht ausgeschlossen. Sollte es dazu kommen, wäre der Schaden für die Eurozone offenbar nicht so groß wie für die US-Wirtschaft. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der EZB hervor.

US-Präsident Donald Trump droht mit weiteren Zöllen gegen die Europäische Union (EU). Jüngster Anlass hierzu war ein Gewinneinbruch beim US-Motorradbauer Harley Davidson. Vor allem die deutschen Autobauer fürchten Trumps Protektionismus. Sollte es zu einer weiteren Zuspitzung des amerikanischen Handelskonflikts kommen, wäre der Schaden für die Eurozone jedoch offenbar nicht so groß. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Notenbank am Mittwoch in Frankfurt Main vorstellte.

Die EZB geht davon aus, dass die US-Wirtschaft bei einer weiteren Verschärfung des Handelsstreits nach einem Jahr deutlich an Wirtschaftsleistung einbüßen würde. Der Dämpfer für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Euroländer sei hingegen geringer. Die Notenbank begründete dies damit, dass die Eurozone Exporte in die USA leichter durch Ausfuhren in andere Länder ausgleichen könne.

Wirtschaftsleistung der Eurozone würde weniger stark sinken

Die EZB nimmt in einer Simulation an, dass die USA Sonderzölle von zehn Prozent auf alle Importe verhängen und die Staaten darauf mit Vergeltungsmaßnahmen in gleicher Höhe reagieren. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone würde den Angaben zufolge nach einem Jahr insgesamt um weniger als 0,5 Prozent geschmälert. Für die Konjunktur in den USA seien dagegen die dämpfenden Effekte aufgrund sinkender Exporte und zu erwartender Preiserhöhungen erheblich. Der BIP-Effekt liege allein durch direkte Folgen bei 1,5 Prozent.

Die Notenbank warnte vor einer weiteren Verschärfung des Streits. Die negativen Folgen könnten durch erhöhten Stress an den Finanzmärkten und einem damit verbundenen Vertrauensverlust verstärkt werden. Dem Internationalem Währungsfonds (IWF) zufolge gehärt der derzeitige Handelsstreit zu den größten Risiken für die globale Wirtschaft. Der Fonds hatte seine Konjunkturprognose 2019 für die Weltwirtschaft kürzlich erneut gesenkt. (ud)

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