Große US-Banken müssen ihre Hausaufgaben machen

ERM
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20. Dezember 2017
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Von Ryan Tracy

Die acht größten und komplexesten US-Banken haben von den zuständigen Behörden zwar insgesamt zufriedenstellende Noten für ihre Abwicklungspläne erhalten. Allerdings wurden einige von ihnen von der US-Notenbank Fed und der Einlagensicherungsbehörde FDIC zu zusätzlichen Hausaufgaben verdonnert. Die Regulierungsbehörden gestanden den acht Banken zu, keine größeren Mängel in ihren Plänen aufzuweisen. Mit diesen sog. Testamenten dokumentieren die Institute, wie sie im Fall einer Insolvenz ordentlich abgewickelt werden können, ohne den Steuerzahler zu belasten. Unter den geprüften Banken sind Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup, JP Morgan, Morgan Stanley, und Wells Fargo.

Im April 2016 hatten die Regulierer den Banken noch schlechte Zeugnisse ausgestellt. Damals stellten sie fest, dass die Testamente von fünf Instituten Mängel aufwiesen. Damals stand die Möglichkeit von Aufspaltungen der Finanzkonzerne im Raum. Wenn sie Defizite in den Abwicklungsplänen ausmachen, können die Regulierer laut dem sogenannten Dodd-Frank-Gesetz von 2010 beträchtliche Sanktionen verhängen und letztlich sogar Abspaltungen von Unternehmensteilen erzwingen.

Die Idee dahinter war, dass die Regulierer zu diesem Mittel greifen, wenn Banken als "too big to fail" gelten. Die jetzigen Ergebnisse der beiden Behörden, die immer noch von Leuten aus der Obama-Ära geführt werden, zeigen, dass Aufspaltungen sehr unwahrscheinlich sind. Demnächst, wenn in den kommenden Monaten Trump-Leute bei den beiden Regulierern ans Ruder kommen, dürfte die Neigung zu einem harten Durchgreifen gegen Banken noch geringer ausfallen. Alle acht Banken haben nach Ansicht von Fed und FDIC jedoch noch Arbeit vor sich. Bei der Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Wells Fargo haben sie spezifische Unzulänglichkeiten festgestellt. Die Banken haben nun mehr Zeit für die Wiedervorlage ihrer Testamente. Alle acht müssen ihre Abwicklungspläne nun bis zum 1. Juli 2019 wieder einreichen. (DJN) 

 

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