Iran-Geschäfte bleiben für Banken riskant

ERM
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23. Oktober 2018
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Von Andreas Kissler

Die deutschen Banken haben sich skeptisch zu möglichen Iran-Geschäften – selbst ohne US-Sanktionen – gezeigt und den Iran dazu aufgefordert, für ausreichende Transparenz und Rechnungslegungsstandards zu sorgen, die den internationalen Bestimmungen genügen.

Das Iran-Geschäft "ist und bleibt für Banken riskant", hieß es in einem Pressepapier des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zu den "Herausforderungen" im Geschäft mit dem Land. So gebe es das Risiko, gegen Compliance-Vorschriften zu verstoßen, man habe keine Expertise über die Risikostruktur iranischer Banken, und es gebe einen Mangel an zuverlässigen Informationen über Privatkunden und Unternehmen. Unter anderem, weil der Iran auf die "hellschwarze Liste" der Arbeitsgruppe für finanzielle Maßnahmen gegen Geldwäsche (FATF) eingestuft sei, und wirtschaftlich Berechtigte von Unternehmen und Stiftungen in dem Land oft nicht ermittelt werden könnten, gebe es "Compliance-Risiken mit nicht quantifizierbaren Folgen".

Nach der einseitigen Kündigung des Nuklearabkommens mit dem Iran durch die USA stünden nun die im August 2018 eingeführten US-Sanktionen vor einer Verschärfung, am 5. November werde eine zweite Sanktionsrunde in Kraft treten. "Hierdurch sind die Unwägbarkeiten für deutsche Unternehmen und Banken zum Irangeschäft deutlich gestiegen", hieß es vom Bankenverband. Geschäftsführungsmitglied Markus Becker-Melching betonte, "dass wir diese Geschäfte gern machen würden – nur sind die Rahmenbedingungen so, dass wir es schlicht nicht können". Im Zweifelsfall sei man unter den gegebenen Bedingungen meist "sehr risikoavers" und lehne ab. "Für die Mehrzahl der Banken ist die Abwägung der Risiken und Chancen und Anfangsinvestitionen so, dass sie das Geschäft ablehnen müssen", sagte Becker-Melching zu Journalisten. "Dieses Problem besteht unabhängig von den Sanktionen, und das muss der Iran lösen." (DJN) 

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