Kreditwirtschaft lobt EZB-Entscheidung

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13. Dezember 2018
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Andreas Kissler

Die Spitzen von Banken und Sparkassen haben die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) begrüßt, ihr Anleiheportfolio nicht mehr auszuweiten. „Die Entscheidung der EZB, die Nettokäufe zum Jahresende endgültig einzustellen, war überfällig“, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans-Walter Peters.

„Leider bremst die EZB damit ihren geldpolitischen Krisenmodus nur, stoppt ihn aber nicht“, kritisierte er gleichzeitig. Die EZB verhalte sich nach wie vor zu zögerlich. „Die europäischen Währungshüter sollten deshalb zügig nachlegen und zeitnah einen Fahrplan für das Ende der Negativzinsen präsentieren“, forderte der Bankenpräsident. Denn der negative Einlagezins der EZB berge im besonderen Maße Risiken, insbesondere verzerrte Risikopreise und fehlgelenkte Investitionen. Zudem behindere er substanziell alle Bestrebungen, die Bankbilanzen zu stärken. Für die Geldhäuser im Euroraum wirkten die Negativzinsen „wie eine Sondersteuer, die sie bereits mit rund 20 Mrd. Euro belastet haben“.

 

Aussichten für Wachstum etwas verhaltener


Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, sprach von einer „richtigen Entscheidung“. Die EZB habe sich trotz Unsicherheiten rund um den Brexit, die italienische Finanzpolitik, die Proteste in Frankreich und Aktienmarktturbulenzen nicht von dieser Weichenstellung abbringen lassen. „Das begrüßen wir“, betonte Schleweis. Zwar seien die Aussichten für Preise und Wachstum ein wenig verhaltener, aber nicht so schlecht, dass sie dieser „ersten vorsichtigen Normalisierung der weiterhin sehr expansiven Geldpolitik im Wege gestanden hätten“.

 

Zu weitergehenden Maßnahmen zeigte sich Schleweis aber skeptisch. „Dass das Anleiheportfolio auch brutto abgeschmolzen wird, ist angesichts der anhaltenden Gemengelage nicht so bald zu erwarten.“ Der DSGV-Präsident sprach sich jedoch dafür aus, im Laufe des Jahres 2019 an den Leitzins heranzugehen, damit die sowohl für Sparer als auch für Kreditinstitute belastende Negativzinswelt überwunden werden könne. (DJN)

 

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