Sewing und Zielke sehen zu viele Banken in Europa

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16. November 2018
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Redaktion RISIKO-MANAGER

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und sein Amtskollege von der Commerzbank, Martin Zielke, sind sich einig: Es gibt zu viele Banken in Deutschland und Europa. „Ja, wir sind 'overbanked'“, sagte Sewing bei einer Podiumsdiskussion auf dem European Banking Congress in Frankfurt.

Konsolidierung sei notwendig, wenn man sich Europa mit 5.500 Banken oder Deutschland mit 1.600 Banken für 80 Millionen Einwohner anschaue. Außerdem hoben die Manager erneut die Digitalisierung als eine zentrale Herausforderung für die Branche hervor. Europa sei klar „overbanked“, gleichzeitig „underdigitalized“, sagte Zielke in der in englischer Sprache geführten Diskussion.

 

Die für die Banken entscheidende Frage sei, wie sich die Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung änderten, so Zielke. Und hier habe Europa Nachholbedarf. Ein Blick auf die digitalen Geschäftsmodelle in den USA und Asien zeige, dass diese Regionen Europa voraus seien. „Die Tools dort sind deutlich weiter entwickelt, vor allem im Bereich Cloud“. Cloud sei eine Schlüsseltechnologie für die Branche.

 

Banken müssen für die Kunden relevant bleiben

 

Langfristig müsse es Konsolidierung in Europa geben, auch als Antwort auf die neuen Wettbewerber, die Sewing vor allem in großen Technologieplattformen sieht. „Wir werden in fünf bis zehn Jahren mit Plattformen aus Asien und Amerika konkurrieren. Das sind unsere neuen Wettbewerber mit 100, 200 Millionen Kunden“, sagte der Deutsche-Bank-Chef.

 

Wichtig sei sicherzustellen, dass die Banken für die Kunden relevant bleiben. Die größte Bedrohung sei, dass die Banken lediglich die Zulieferer für große Plattformen seien. „Es müssen unsere Plattformen sein“, so Sewing.  Dafür brauche es Zusammenarbeit zwischen den Instituten. „Können wir das alles selbst? Nein. Können wir es über Joint Ventures in Europa erreichen? Das könnte eine Idee sein." (DJN)

 

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