Südafrika nimmt Pläne zur Verstaatlichung der Notenbank zurück

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06. März 2018
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Von Gabriele Steinhauser

Die südafrikanische Regierungspartei ANC hat eine Gesetzesvorlage zur Verstaatlichung der Zentralbank South African Reserve Bank zurückgezogen.

Die SARB ist eine der wenigen Notenbanken auf der Welt, die private Anteilseigner hat. ANC begründete den Schritt damit, dass so weitere Konsultationen innerhalb der Partei und mit den Anteilseignern möglich gemacht würden. Im Dezember hatte ANC beschlossen, die 2 Millionen SARB-Aktien, die sich in Privatbesitz befinden, zu verstaatlichen. Sowohl Bank- als auch Parteifunktionäre hatten damals darauf beharrt, dass dies keinen Einfluss auf die Unabhängigkeit der Bank habe.

Eine Fortsetzung der Verstaatlichung könnte kostspielig sein. Das Herauskaufen von Aktionären zu den aktuellen Preisen würde rund 19,6 Mio. Rand (1,7 Mio. US-Dollar) kosten. Die Aktionäre könnten jedoch eine höhere Entschädigung verlangen, und damit dem Beispiel der privaten Eigentümer der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) folgen. Die SARB hat derzeit mehr als 660 Aktionäre, die laut Website maximal 10.000 Aktien besitzen können. Die Aktionäre haben keinen Einfluss auf die Geldpolitik, die von einem sechsköpfigen Ausschuss festgelegt wird. (DJN)

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